Barhocker
XI.
Worringer Kneipentour:
"Worringen muss schöner werden"
[20.04.2012]
Unsere elfte WL-Kneipentour hatten wir erstmalig unter ein Motto
gestellt: „Worringen muss schöner werden“, d. h., jeder Teilnehmer
hatte etwas aus seinem Fundus mitzubringen, um es dann in einer
Kneipe seiner Wahl zu hinterlassen. Bedingungen gab es keine, aber
es traute sich trotzdem niemand, seine Schwiegermutter in einer
Lokalität zu hinterlassen ;-)
Startpunkt für die Kneipentour
XI. war das SKYLINE auf der Alten Neusser Landstraße, Ortszeit 19
Uhr und 11 Minuten. Um den Betreiber der Kneipe mit unserem 16
Mann starken Tour-Team nicht vor unlösbare Aufgaben zu stellen,
hatte ich Anfang der Woche über die Facebook-Seite des
Skylines
eine Tischbestellung aufgegeben, aber anscheinend kümmert sich
niemand um den Account, denn es gab keine Reaktion auf die
Anfrage. Also versuchte meine Frau am Freitag noch kurzfristig
telefonisch zu reservieren, aber auch das klappte leider nicht.
Als wir im SKYLINE aufschlagen, sind ca. 6 Personen
anwesend, davon zwei mit schwarzen Biker-Kutten, die ein „Eisernes
Kreuz“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Eisernes_Kreuz) zeigen. Warum
ist bei MCs eigentlich so oft dieses Symbol zu sehen? Den Namen
des Clubs habe ich leider schon wieder vergessen, aber es scheint
kein Revival der Creepers zu geben, denn der Name war es definitiv
nicht. Gibt es in Worringen einen neuen Motorradclub?
Sachdienliche Hinweise bitte an
info@worringen-lebt.de.
Das Gaffel-Kölsch findet dann recht schnell an unseren Tisch und
die Bedienung nennt den Hungrigen unter uns einige Gerichte, die
nicht auf der Karte stehen, aber gerne bestellt werden können. Ich
bestelle „Lachs auf Rösti“ und meine holde Gattin einen „Salat mit
Putenstreifen“. Sind eigentlich Rösti und Reibekuchen das Gleiche?
Hab mal Tante Google gefragt und gesehen, dass das Thema ja schon
fast ein Politikum ist und ziehe deswegen meine Frage sofort
wieder zurück, nicht dass unser Emailfach vor lauter Rösti und
Reibekuchen verstopft wird.
Das Essen kommt in Etappen und leider ist in der ersten
Etappe für meine Frau beim Salat kein Brot dabei. In der zweiten
Etappe kommt das Brot, aber allerdings erst, als der Salat schon
zur Hälfte verputzt ist. Meine Rösti sind lecker, aber die Portion
durchaus ausbaufähig. Unser Tour-Gast aus Essen überlegt, ob er
noch die zwei erhältlichen Steaks nachordert – lässt es dann aber
doch, denn wir haben ja noch einige Kneipen vor uns. Insgesamt ist
das Essen befriedigend - das hätte sicher besser geklappt, wenn
jemand vorher mal die Mails gelesen hätte.
Ansonsten fiel uns (speziell den Herren) positiv auf, dass
Sky-Bundesliga lief, es gibt sogar ein Fußballgedeck für 5 EUR, und dass es in Worringen nun einen
Verkaufsstand für Köln-Artikel gibt! Schöne Idee, aber der Herr
aus Essen wollte dann doch kein Cap mit Schriftzug erwerben.
Als erstes „Dableibsel“ platziert unser holländisches
Teammitglied eine wunderbar ins frühlinghafte Ambiente passende
gelbe Tulpe. Tja, Holländer machen halt gerne mit Blume Freude.
Käse und nicht legitime Rauchwaren wurden aber auf der weiteren
Tour nicht hinterlegt, nicht dass da jemand auf dumme Gedanken
kommt! Und dann verschönert das SKYLINE jetzt auch noch ein
wunderschönes Windlicht, welches geradezu dafür geschaffen wurde,
auf einem Bierdeckel zu stehen.
So nun aber weiter, auch wenn der Weg zur nächsten Kneipe
nicht sehr weit ist, da das OUTBACK ja direkt auf der
gegenüberliegende Straßenseite liegt. Überraschung, da hat sich
echt was getan seit unserem letzten Besuch! Es sind einige junge
Gäste da, während unseres Aufenthalts wird die Kneipe auch immer
wieder frequentiert, und mit uns kann man den Füllstand des
OUTBACKS jetzt schon fast als voll bezeichnen. Die
Kölsch-Lieferung ist sehr flott und das Personal ausgesprochen
nett und hilfreich.
Die Musik, die läuft, ist stark 80er-Jahre lastig, aber damit kann man leben, da sind wir in Worringen ja
deutlich Schlimmeres gewohnt – zumindest, wenn man über einen so
exquisiten Musikgeschmack verfügt wie mein treuer Konzertbegleiter
C., die unverwüstliche V. oder meine Wenigkeit.
V. und C. sind
natürlich auch mit bei der Tour! C. ist noch immer enttäuscht
darüber, dass sein favorisiertes Motto „The Dark Side of the
Village“ nicht gewählt wurde, weswegen er heute in schlichtem
schicken schwarzen Hemd die Tour bestreitet. V. trägt heute
übrigens kein weißes Shirt, aber das ist eine andere Geschichte
;-)
Für Besucher mit schlechten Gewohnheiten steht vor dem
Outback übrigens ein Heizschirm. Das sollte auf jeden Fall lobend
erwähnt werden, weil der Frühling oder geschweige denn der Sommer
ja immer noch auf sich warten lässt. Was mir aber bei dem
Aufenthalt unter eben jenen Schirm ziemlich übel aufstieß, ist
dieses hässliche schwarz-gelbe Etwas am Wohnhaus gegenüber! Stehen
da deswegen einige Wohnungen leer? Wenn ich der Vermieter wäre,
würde ich solch schlimme Verschandelung auf gar keinen Fall
zulassen. Da bekommt man ja Augenkrebs! Deswegen mein Vorschlag
wie man diesen Makel wieder gutmachen könnte ;-)
Weil meine
kindliches Gemüt manchmal mit mir durchgeht, kann ich, bevor ich
wieder ins Outback gehe nicht davon lassen, eine wunderschöne
Spielzeugpistole, die herrlichen Lärm veranstaltet, im Kiosk neben
dem Outback zu kaufen. Der freundliche Herr erklärt mir, dass
diese gefährliche Waffe eigentlich etwas für Mädchen sei, aber als
mich unser Essener Gast H. in den Arm nimmt und meint „eben“, darf
ich die Waffe ohne Vorlage eines Waffenscheins erwerben. Zum Dank
verspreche ich H., dass er nach der Tour das wunderbare Gerät
seinem Sohn mitbringen darf. H., du hast die Space-Pistole doch
nicht etwa absichtlich liegen lassen!
Als ich wieder ins Lokal trete, stehen zwei leckere Pizzen
auf dem Tisch und man erklärt mir, dass die zwei italienischen
Köstlichkeiten auf Kosten des Hauses gehen! Ist das jetzt schon
Bestechung? Ich hoffe mal nicht, es wäre auch gar nicht nötig
gewesen, im OUTBACK ist nämlich heute Abend alles im grünen
Bereich. Special-Lecker-Bonus-Punkt für den 1A-Caipirinha!
Weil der Besitzer des Outbacks ja ein echter Hingucker für unsere
Damen ist, organisiere ich ein Erinnerungsfoto mit dem Herrn und
unseren Ladies. Keine Angst, ich habe vorher sowohl den
Schwiegervater, als auch die Gattin um Erlaubnis gefragt! Nur
„Oben ohne“ wurde abgelehnt, aber das muss ja auch nicht sein, das
kann man ja auch mal der Fantasie des Einzelnen überlassen ;-)
Unsere Hinterlassenschaften im Outback: Ein hochästhetischer
Bilderrahmen mit einem Flyer zur Info- und Protestveranstaltung
bezüglich des Krebelshofes am 24.04. um 19 Uhr im Vereinshaus! Wir
haben an diesem Abend übrigens in jeder Kneipe entsprechendes
Promo-Material hinterlassen, damit Worringen am Dienstag den
„Arsch huh“ und die „Zäng ussenander“ bekommt, um der Stadt zu
zeigen, dass es jetzt langsam mal gut ist mit dem Ausbluten im
Kölner Norden! Stichwort „Hauptschule“!
Leider gibt es noch immer keinen Shuttle-Service, deswegen
kommt also als nächstes der unvermeidliche Fußmarsch zum nächsten
Ziel, dem BURGHOF.
Den Zustand „Keine Gäste“ gibt es im Burghof nicht. Wie
immer ist der Laden gut besucht und unter den Besuchern erkennen
wir auch den EX-Prinzen Wuschel. Liebe Grüße!
Theo schaut heute
Abend aber eher skeptisch als wir mit so vielen Leuten eintreten
und erst recht, als wir ihn mit unserer Aktion „Worringen muss
schöner werden“ konfrontieren. Als echte Kult-Kneipe ist der
Burghof für unsere Aktion natürlich Anschlagsziel Nummer 1. Wir
hinterlassen ein quietschbuntes Windrad, eine russische Ikone
(natürlich eine Kopie!), ein Minikochbuch, weil man bei Theo ja
nix essen kann, ein spanisch anmutendes Salatbesteck, ein
niedliches Porzellan-Bärchen und ein mit viel Herzblut gestaltetes
Keramikherz, welches explizit Verbundenheit zum Krebelshof
kommuniziert.
Die Fließeigenschaften des Kölschs sind im Burghof wie
immer hervorragend. Lecker gezapft, schnell an Mann und Frau und
schnell wieder gefüllt. Chapeau, so soll es sein! Besonders unser
Biergenießer RM weiß dies immer sehr zu schätzen, was man daran
erkennt, dass seine Schrittfrequenz, wenn es in Richtung Burghof
geht, deutlich zunimmt.
Next Stopp: BIERSTÜBCHEN. Natürlich passt, nachdem wir den
Laden betreten, keiner mehr in die Kneipe. Jeder erhält rasch ein
Getränk und wir verschönern das Bierstübchen mit einem gerahmten
Bild von Semino Rossi und einer royalen Handy-Socke. Auf unseren
Tisch wandern wie von Zauberhand Knabbereien - dieses Mal übrigens
keine Flips bei Theo! Einige unserer Gruppe sind ja mit solchen
Angeboten in Kneipen sehr vorsichtig, aber von mir unter
Lebensgefahr getestet, darf ich die gereichten Waren hier als
frisch kundtun!
Wichtig noch anzumerken ist, dass hier
auch Menschen mit gutem Geschmack verkehren - siehe Bild mit
Mütze. Vielleicht könnte man hier einen entsprechenden
Verkaufsstand einrichten :-).
Das schöne auf der sündigen
Meile in Worringen ist ja, dass man quasi ohne größeren
körperlichen Substanzverlust die Lokalitäten in Windeseile
wechseln kann. Also Tür auf – raus – Tür zu – Tür auf und schon
sind wir in der GASTSTÄTTE EUROPA.
Ganz schön voll hier!
Damit meine ich nicht nur den Füllzustand der Kneipe. Hier tummelt
sich so ziemlich alles, was wir auch schon auf den früheren
Kneipentouren gesehen haben: Ich erkenne den Herrn, der mir beim
"Fussi gucken" im Haus Worringen einst das breite Kreuz vor die Nase
setzte und auch die beiden Kuttenträger vom Skyline sind nun hier
am Tresen zu finden.
Die Tische sind alle besetzt und so
bleibt nur ein Kölsch im Stehen, auf welches ich sehr gespannt
bin, weil wir beim letzten Besuch ja erfuhren, dass es nun eine
neue Zapfanlage im Europa gibt. Das Kölsch ist auch in Ordnung,
aber an die besten Zapfer Worringens, in meinen Augen Der Burghof,
Hotel Matheisen, Gabriels Pinte und Zint Tünnes reicht es noch
nicht heran, aber dafür serviert ja Anna, die auch direkt ein
Lächeln auf den Lippen hatte, als wir die Gaststätte betraten.
Haben wir eigentlich was im EUROPA hinterlassen? Oder war der
Laden einfach schon zu voll? Egal, weiter ins HAUS WORRINGEN zu
Vito und Gabi.
Während ich elegant gekleidet in einem
gestreiften Sakko die Tour bestreite, gibt sich MV heute sehr
sportlich und siehe da, er teilt sich diesen Look mit Vito. Das
lässt sich an beiden sehen, aber an Vito gehen die Punkte für die
schönere Farbkombination. „Blau und Weiß“ ist halt einfach
unschlagbar ;-)! TW hat glaube ich vom Sport zur Zeit etwas die
Nase voll, denn vom letzten Boxtraining sieht man noch deutliche
Spuren – er schaut ein bisschen aus wie ein Sohn von Herrn
Michail
Gorbatschow – aber solche „Makel“ machen Männer ja nur
interessanter!
Während dieser Fashion-Eskapade stellen wir
übrigens erstaunt fest, dass auch unsere Damen heimlich einen
Dress-Code für die Tour verabredet haben, oder wie ist sonst das
erhöhte Aufkommen an flachen Turnschuhen zu erklären? Da fällt mir
doch ein schönes Motto für die nächste Tour ein: „Worringen von
Oben“ – HighHeels sind doch auch was Feines ;-)
Weitere
Highlights: Kölsch lecker! Gabi will die erste Runde auf das Haus
gehen lassen, aber einmal pro Tour Bestechung reicht. Dafür
fordern wir ein Gruppenbild „Damen mit Gabi“. Tücher und Schals
scheinen übrigens auch groß in Mode zu sein!
Letzte Station ZUM
ANKER. Außer uns, jetzt auch schon etwas dezimiert, sind nur noch
2 Gäste da, d. h., wir können das DJ-Pult übernehmen ;-). Kai ist
im Urlaub und die nette weibliche Vertretung kommt nicht umhin,
uns unsere Wünsche zu erfüllen. So läuft als Weltpremiere endlich
das großartige „Zwischen 2 und 4“ von Ja, Panik und der Zeitpunkt
könnte auch nicht besser gewählt sein!
Die unverwüstliche
V. hatte versucht, ihr „Dableibsel“, ein schwarzes Massage-Schaf,
schon im Outback zu hinterlassen, aber da hatte sie die Rechnung
ohne MV und mich gemacht. Wir hatten uns beide in das obskure
Objekt sofort verliebt, ich hatte extra noch im Kiosk frische
Batterien gekauft, und wir waren uns schnell einig, dass das Schaf
ein wunderbarer Preis für den neuen Nagelkönig sein würde.
Also schnell noch was getrunken, damit die Hand schön ruhig ist
und dann ran an den Holzklotz. Die Titelverteidigerin MM hatte
schon die Segel gestrichen, es würde also definitiv einen neuen
Titelträger geben.
Mit atemberaubender Geschwindigkeit
bohrte sich der Stahl dann Schlag für Schlag tiefer in das Holz
des Keils. Die Spannung war zum Greifen und der Adrenalinpegel der
Teilnehmer rauschte in gefährliche Höhen. Lange Zeit hielten
MV
und die unverwüstliche V. gut mit mir mit, aber dann setzte
MV
einen Schlag, der den Nagel schräg stellte und mir war klar, dass
bei meiner unheimlichen Präzision mir heute niemand das Wasser
reichen konnte. Also kurz und schmerzlos: Der neue, hoch
verdiente, Nagelkönig ... Tätät … bin ich :-). Ich verspreche
hiermit hoch und heilig, dem Schaf ein würdiges Zuhause zu geben.
Nach dem Nageln war dann bei allen die Luft raus und so
verabschiedeten wir uns voneinander, um die geschundenen Leiber zu
Bette zu tragen. Der Wecker zeigt 2:43 als ich meine Augen
schließe und von einer vierstündigen Massage mit dem schwarzen
Schaf träume.
Abschlusskommentar: Kneipentour-Neueinsteigerin
J., wohnhaft in Worringen, wirkte auf
der Tour etwas erstaunt darüber, welche Ecken Worringen bei Nacht
zu bieten hat. Aber sie hielt trotzdem tapfer bis zum Ende durch
und wir hoffen, sie bald mal wieder als Tour-Gast begrüßen zu
dürfen :-)
Autor: UR
Fotografie: UR
-------------------------------------------------
Weitere Infos:
+
http://www.worringen-lebt.de/html/kneipenplan.html
►
Kneipenkarte für Worringen
| |