Hänschenklein

 Sonntagnachmittag 
      
in der Cloaca Maxima  

[11.03.2012]

Da war er wieder: einer dieser Sonntage, an denen man endlich mal wieder etwas Zeit hat, keinerlei Verpflichtungen, trockenes Wetter und: wir wollen unbedingt etwas unternehmen! Spazierengehen? Nö. Kultur? Warum nicht?

Ein Blick in den KSTA und wir entscheiden uns (fast einstimmig) für die Familienführung "Köln unterirdisch", geeignet für Kinder ab 9 Jahren. Beginn 14:30 Uhr, Treffpunkt: Römerbogen, direkt am Dom. Eine Gruppe von ca. 20 Personen (Groß und Klein) macht die Führung unter der Leitung von Frau Susanne Baumung überschaubar und damit auch sehr angenehm.

Cloaca Maxima - In der Kölner Unterwelt
Topographie des römischen Köln

Auf einer bronzenen Bodenplatte unmittelbar vor dem Römerbogen erklärte uns Frau Baumung zunächst einmal den ursprünglichen Verlauf der römischen Stadtmauer mit seinen Toren und Türmen und so auch den Ablauf der unterirdischen Tour. Zunächst ging es ab in die Tiefgarage am Dom, um dort die Stadtmauern direkt unter dem Römerbogen zu betrachten. Anhand des Aufbaus der Steine war für Jung und Alt sehr gut der Übergang vom Fundament zur eigentlichen Mauer zu erkennen.

Cloaca Maxima - In der Kölner Unterwelt
Fluchtweg von Bischof Anno

Nur wenige Schritte weiter erklärte uns Frau Baumung einen nachträglich angebauten Schacht. Hier hatte sich der damalige Bischof Anno in weiser Voraussicht einen Fluchtweg anlegen lassen. Da er sich 1074 n. Chr. bei den Kölnern durch sein einnehmendes Wesen ziemlich unbeliebt gemacht hatte, konnte er hier vor dem wütenden Mob fliehen.

Vorbei an einem tiefen römischen Brunnen ging es kurz an die frische Luft um über eine schlecht nachgebaute römische Hafenstraße hinunter zum Praetorium (Kleine Budengasse), dem Sitz des römischen Statthalters, zu gelangen.

Cloaca Maxima - In der Kölner Unterwelt
Nachbau einer römischen Hafenstraße

Das Praetorium war eines der größten Gebäude entlang des Rheins und anhand der Grundmauern erkennt man heute noch die sehr gute Bauweise. Besonders auffallend die Höhenunterschiede der Fußböden innerhalb eines Zeitraums von 200 Jahren - immerhin ganze 4 Meter! Die Römer nutzten mal eben die Reste und den Schutt der alten Bauten, um deren Grundmauern aufzufüllen. Das neue Gebäude wurde einfach darauf gebaut. So was nennt man Recycling ;o)

Cloaca Maxima - In der Kölner Unterwelt

Highlight der Führung aber war der Gang durch den römischen Abwasserkanal. Geruchsneutral, aber düster, feucht und glitschig und vielleicht gerade deshalb so interessant.
Besucher mit einer Körpergröße über 1,60m sollten allerdings auf ihren Kopf aufpassen! Aua.
Leider können wir hier keine Fotos veröffentlichen, da dieses von der Museumsleitung untersagt wird. Wer sich dennoch einen Eindruck verschaffen will: http://www.stadt-koeln.de/6/sehenswertes/rathaus/praetorium oder einfach mal selbst vorbeischauen …

Cloaca Maxima - In der Kölner Unterwelt
Im römischen Abwasserkanal

Ungewöhnliche und interessante Fragen von Leitung und auch Teilnehmern machten die Kids so neugierig, dass (Gott sie Dank!) keine Langeweile aufkam und die 1,5 Stunden flott vorbei waren. Ein abschließender Besuch bei BurgerKing machte den Sonntagnachmittag - zumindest aus der Sicht unsres Sohnes - perfekt.

Unsere Führung wurde durchgeführt von "Regio Colonia". Aber auch von anderen Veranstaltern wird das Thema angeboten.

Kosten:
Erwachsene: 7 EUR
Kinder: 5 EUR
Familien: 21 EUR (2 Erwachsene, 2 Kinder)

zzgl. € 3,-- Eintritt Praetorium für Erwachsene

Autor: MW/TW
Fotos: TW

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Allgemeine Informationen:
+ Homepage Regio Colonia:
www.regiocolonia.de