[29.01.2012]
Immer wieder sonntags machen wir uns auf, Flecken zu
erkunden, die sich auch nach mehr als 20 Jahren in Köln bisher
erfolgreich vor uns versteckt haben. Zu diesem Zwecke bekam
meine Frau zu Weihnachten das Buch "111 Kölner Orte, die man
gesehen haben muss" und einer dieser Tipps ist das Gut
Leidenhausen, ein ehemaliges Rittergut, welches bereits 1329
erstmals urkundlich erwähnt wurde. Seit 1963 ist das Gut am
Rande der Wahner Heide im Stadtteil Porz-Eil im Besitz der Stadt
Köln.

...
erst mal Zuständigkeiten klären ;-)!
Im Gut
selbst befindet sich in einem Gebäudetrakt das "Haus des Waldes"
und in einem anderen Trakt ein Obstmuseum (was es alles gibt??),
in unmittelbarer Nähe eine Greifvogelstation, eine
Übungspferderennbahn für das benachbarte Gestüt Röttgen,
ein Wildgehege mit Wildschweinen und eins mit Rotwild. Dank
Navigationsgerät verläuft die Anfahrt problemlos, ohne, wäre es
sicher nicht so einfach gewesen, denn die Beschilderung lässt zu
wünschen übrig und erst eine Informationstafel in Parkplatznähe
(Parkplätze am Hirschgaben) gibt uns die Übersicht, wo sich
welche Attraktion befindet.

Gut
Leidenhausen
Ein kurzer Fußweg führt uns an
der Streuobstwiese (das Obstmuseum ist
nämlich eigentlich eher ein botanischer Garten) vorbei zum
Gut Leidenhausen, wo uns die erste
Überraschung erwartet. Das Haus des Waldes ist leider bis zum 4.
Februar geschlossen. Mangels Homepage, wo man solche Dinge ja
gut kommunizieren kann, wussten wir leider nichts davon und
stehen nun vor verschlossenen Türen. Schade, denn wir hätten
gerne einen Blick auf die Geschichte der Waldentwicklung
geworfen und auch die Tierpräparate in natürlicher Umgebung
bestaunt, aber das war wohl nix. Auf der Seite
http://www.cologneweb.com/wald.htm
hatten die Besucher mehr Glück und wer wissen möchte, was es im
Haus des Waldes sonst noch zu sehen gibt, der werfe einen Blick
dorthin. Uns bleibt nur ein Blick auf eine vor dem Museum
platzierte durchlöcherte Ulme, die an das
Ulmensterben in Köln erinnert, denn seit 1976 gibt es diese
Laubbaumart im Kölner Stadtwald wohl nicht mehr.

Mahnmal
Ulmensterben
Für Historiker noch ein paar
Daten zum Gut. 1329 wird Hermann von Deutz urkundlich
als Eigentümer erwähnt und im 16. Jahrhundert ist Johann von
Scheidt, seines Zeichens Amtmann von Porz der Herr auf Gut
Leidenhausen. Danach wechseln die Besitzer mehrfach, bis die
Stadt Köln die Hofanlage dann 1961 übernimmt. Das älteste
Gebäude des vierseitigen Gutes ist von 1749, die Scheune von
1803, das Herrenhaus mit dem Wappen Weichs und
Steinen zu Scherffen von 1803 und der jüngste Bau von 1892.

Rotwild
beim Äsen
Wir laufen nun am Rotwildgehege
mit einem kapitalen Hirsch und vielen Hirschkühen vorbei. Es ist
entgegen aller im Vorfeld erhaltenen Informationen nicht viel
los, was aber wahrscheinlich am eher mäßigen und kalten Wetter
liegt. Das Schwarzwildgehege schließt
sich direkt an, aber sehr viele von den wilden Säuen scheinen
nicht im Gelände zu sein, denn wir können höchstens eine
handvoll Wildschweine entdecken. Negativ fällt auf, dass in
unmittelbarer Nähe die Autobahn verläuft, deren Lärm man leider
überdeutlich vernehmen kann.

Schwarzwild
auf der Flucht
Nach ca. 10 Minuten,
gelaufen im Quadrat, stoßen wir auf die
Pferderennbahn, wo aber leider auch kein Betrieb
herrscht, die einzigen Vierbeiner, die unseren Weg kreuzen, sind
Hunde. Wir bewegen uns wieder Richtung Gut Leidenhausen und zur
rechten Hand befindet sich nun die Greifvogelstation.

...
Greifvogelstation / Eichelhäher
Die
Station, betrieben von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
Köln e.V. wurde in den 60er Jahren gegründet und hat es
sich zur Aufgabe gemacht, kranke und verletzte Greifvögel gesund
zu pflegen und wenn möglich, nach der Genesung wieder
auszuwildern. Geschätzte 20 Volieren befinden sich auf dem
Gelände, in denen sich nicht mehr auswilderungsfähige Vögel,
oder aber nicht einheimische Arten (Schneeeule) befinden. Die
Volieren sind in gutem Zustand und bieten den meisten Tieren
auch eine artgerechte Haltung. Ich gehe davon aus, dass einige
der Tiere auch immer wieder Freiflüge absolvieren dürfen, denn
in der Mitte des Geländes befindet sich eine Art Flugzone mit
entsprechenden Landeplätzen. Die Station beherbergt
angesiedelten Halsbandsittiche. (Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Halsbandsittich
)

Gut
Leidenhausen
Im Großen und Ganzen ein
netter Tagesausflug, obwohl alles etwas in die Jahre gekommen
ist und wir als Worringer natürlich mit dem Tannenbusch in
Dormagen eine Alternative haben, die deutlich schneller zu
erreichen ist, aber manchmal darf man ja auch ruhig Orte auf der
Schäl Sick besuchen ;-).. Autor: UR
Fotos: UR
------------------------------------------- ALLE
ANGABEN OHNE GEWÄHR
Gut Leidenhausen
51147 Köln (Porz-Eil) Tel. (0 22 03) 3 99 87
Eintritt: Erw. 1,50 EUR; Kinder ab 6 Jhr. 0,50 EUR,
Familientageskarte 3,00 EUR
Öffnungszeiten: Sonn- und
Feiertage 1. April – 30. September 10.00 – 18.00 Uhr 1.
Oktober – 31. März 10.00 – 17.00 Uhr
Dezember und Januar
geschlossen!
----------------------------------------
Greifvogelstation Eintritt: freier
Eintritt Sonn- und Feiertage 1. April – 30. September
10.00 – 18.00 Uhr 1. Oktober – 31. März 10.00 – 17.00 Uhr
Führungen werden jeden 3. Samstag im Monat um 15.00 Uhr
sowie für Gruppen nach Vereinbarung angeboten.
Weiterführende Informationen:
+ Rundwanderweg und Anfahrtsbeschreibung:
http://www.wahnerheide-koenigsforst.de/anfahrtsbeschreibung-wegeplan-leidenhausen.pdf
+ Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Köln e.V.:
http://www.hausdeswaldeskoeln.de/ + Erlebnisbericht Gut
Leidenhausen / Haus des Waldes:
http://www.cologneweb.com/wald.htm + Obstmuseum:
http://www.cologneweb.com/obst.htm + Greifvogelstation:
http://www.cologneweb.com/greifvogelstation/index.html +
Wahner Heide & Königsforst:
http://www.wahnerheide-koenigsforst.de
(Seite
befindet sich noch im Aufbau, gibt aber schon einen guten
Überblick über die Angebote)
|
 |
|