Tom Liwa im Motoki Wohnzimmer oder
weil es Liebe ist
[20.02.2010]
Manchmal hat man (Frau) im Hinterkopf ja so „Sachen“ von denen man eigentlich nur rein intuitiv weiß,
dass sie gut sind. Tom Liwa war für mich so einer -
irgendwie sagte mein Kopf mir der ist gut, aber gehört, geschweige denn beschäftigt habe ich mich bis dato nie mit ihm, auch nicht mit seiner Band den
Flowerpornoes.
Da ich ja ein bekennender Fan von Sven Regener (literarisch) mehr aber noch von dessen Band
Element of Crime bin, kam ich beim googeln nach Livestücken von
Tom Liwa nicht umhin,
einige Vergleiche zu ziehen.
Also auf ins „Motoki Wohnzimmer“ welches ich noch nie besucht, aber immer schon aus den Augenwinkeln (aufgrund des guten Eventprogramms) beäugt hatte.
Man durfte also gespannt sein ...
Gott sei dank, hatte ich mich vorher telefonisch nach Karten erkundigt, so erinnerte man sich meiner, als ich nach 1 stündiger Parkplatz suche im
Motoki ankam und trotz ausverkauftem Haus doch noch eine Karte bekam. Danke noch einmal!
Besuchern des Motoki Wohnzimmer kann ich nur raten, unbedingt mit der Bahn nach Ehrenfeld zu fahren.
Plötzlich stand dann Tom Liwa ganz still und leise auf der Bühne und intonierte einen Song auf englisch, fast noch unbemerkt vom Publikum, welches gemütlich in denen vom
Motoki Wohnzimmer aufgestellten Sofas und diversen anderen Sitzmöbeln lümmelte.
Aber recht schnell verstummten die Erzähler und hörten dem zu, der die Erzählkunst mit „Löffeln gefressen haben muss“. Ich bin mir sicher so mancher großer Autor erblasst vor Neid vor
Tom Liwa's Gabe Alltägliches in feine subtile, ja auch manchmal ganz ironische und hintersinnige Poesie zu verpacken. Deutsche Liedermacherkunst ist ja nicht eben leicht, ist die deutsche Sprache doch nicht unbedingt prädestiniert dafür. Aber crazy Tom (eine Textzeile von ihm) kann es,
schreibt Liwa doch auch für Klee und : „Weil es Liebe ist „ kennt man doch, oder ?!
Dieser Text war ein Geschenk an die Band.
Geschenke macht er gern der Herr Liwa, schenkt er seinen Gästen doch mit jedem Auftritt einen wunderschönen Konzertabend. Vieles scheint aus seinem persönlich Erlebtem erzählt, lässt er doch sein Publikum teilhaben an verzwickten Beziehungsgeschichten, ungewöhnlichen Konzerten, eben an all den kleinen Geschichten, manchmal banal, manchmal traurig, aber immer mit viel Liebe und Wortwitz erzählt.
So erfahren wir von einem spontanen Konzert im Hotelzimmer, von Spaziergangs- Konzerten, sowie von einem Songschreiber Smith, welcher nur 4 Platten veröffentlichte, sich von seiner Frau oder Freundin trennt, dieser in einem Song einen glamourösen Motorradunfall wünscht und dann - Ironie des Schicksals- nach erfolgter Versöhnung ebenjene bei einem Autounfall
verliert.
Am Ende eines Liedes ein paar Kinderakkorde klimpernd, blickt er grinsend zu seinen beiden Töchtern unmittelbar an der Bühne stehend und tönt :
„seht Ihr, mit so einem Quatsch verdient Euer Papa sein
Geld“. In einem anderen Song fragt er: Wovor hat die Welt am meisten Angst, gibt sich diverse Antworten und beantwortet seinen geneigten Zuhörern die Frage seit wann er Musik macht. Auch wenn er da den einen oder anderen Patzer im Spiel hat, es macht ihn nur sympathischer den
Tom Liwa. Da es sich bei Motokis Wohnzimmer um ein eigentliches Büro mitten in der Stammstraße handelt, bat uns
Liwa ab 22 Uhr wegen der Nachbarn etwas leiser zu sein und nicht mehr zu klatschen, sondern leise die Hände zu reiben, das Ganze natürlich wieder mit einer kleinen Geschichte untermalt. In der Woche stehen auf der jetzigen Bühne Schreibtische und dann sind die Macher des werbefreien Magazins Froh (super Magazin!) am Werk.
Verständlich, dass man sich da eine Gute Nachbarschaft wünscht.
Froh, froh bin ich auch über Leute wie Tom Liwa und die Macher vom
Motoki Wohnzimmer.
Ich kann mich Liwa nur anschließen, der, als doch ein paar laut
klatschten, bat:
„leise, leise wir sollten uns dies hier BEWAHREN – es ist so schön hier„ – recht hat er der Herr
Liwa! Ach ja auf dem Stempel auf der Hand steht : Thank u. STIMMT !