Maître Sardou & the Bluesbarbers
luden ein zum 5 jährigen Bandjubiläum
JEFF ALLES: Mein Friseur wohnt nicht
Unger d´r Südbrück, aber dafür kann er schneiden und singen.
Maître Sardou & the Bluesbarbers luden ein zum 5 jährigen Bandjubiläum.
Wenn die sogenannten großen Kölner Bands einen Pups lassen, dann steht die Presse Gewehr bei Fuß, aber manchmal nehmen die Medien dann doch Notiz von den eigentlichen (wenn auch noch nicht so bekannten) Highlights.
Letzten Sonntag (11.04.2010), Köln, Thieboldsgasse
71:
Serge Willms, besser bekannt als Maître Sardou hat seine Wegbegleiter, Freunde und Förderer eingeladen zu einem kleinem, aber feinen und wunderbar langem Konzert. Aber der Reihe nach.
Ich selbst kenne Maître Sardou ca. fünf Jahre, im Zuge meiner Bemühungen, einmal selbst Konzerte zu veranstalten, sprach ich Ihn damals nach einem Konzert in der Remise auf der Burg Wissem /Troisdorf an und wurde irgendwann ein “ Wegbegleiter.“ Am 11.04. hatte der
Maître seinen Friseursalon bis auf ein paar Utensilien von allen störenden Dingen befreit, so war Platz für einen grandiosen Empfang von
Serge, welcher eigentlich gebürtiger Franzose, noch mehr aber ` ne kölsche Jung ist, sowie seinen zahlreichen alten und neuen Bandmitgliedern.
Ich kam (durch einen unverschuldeten Unfall) etwas zu spät, hatte meine Sporttherapeutin u. deren Freundin eingeladen, da ein befreundetes Ehepaar leider verhindert
war :-(. Der Kameramann vom WDR allerdings war schon da, filmte bereits fleißig wie
Serge sich vom Eingang langsam vorarbeitet auf die Bühne, natürlich singend und immer verbunden mit einem lieben Wort an seine Gäste. Selbst sein erster (Frisur-) Kunde hatte den Weg gefunden. Der Maître, sehr umtriebig im Bereich Kultur (er ist der Initiator der
Imagine-Tour in die Staaten zum 70. Geburtstag von John
Lennon) erzählt uns, wie ihm Chris jun. (der genialen Gitarrist der Band),
Boogieman, Susie am Tenor- Sax, Martin Soul am Bass, die Drummlady, die Herren aus der Bläserfraktion und
Gerd Ray an den Tasten im Laufe seines Musiklebens mehr oder weniger durch Zufall über den Weg liefen.
Youtube sei Dank der Gast mit der weitesten Anreise kam aus den Staaten. Er hatte einen Konzertmitschnitt vom
Serge online gesehen und befunden, den müsse er mal live erleben, was er dann in die Tat umsetzte, das nenn ich Fantreue!
Herr Willms covert nicht einfach alte Blues- und Soulstücke, nein er haucht ihnen echtes kölsches Leben ein und machte sie somit wieder authentisch.
Er legt manche Dame op the Wäschmaschien, oder haucht mal schnell ein laszives Bliev by mir
(Stand by me) hin. Manchmal, so geschehen vor drei Jahren in der Eifel (beim 10jährigen Jubiläum von Eifel-Events des leider viel zu früh verstorbenen
Harry Braun), bitten die singenden Friseure auch das Publikum auf die Bühne, dabei dann unten noch ein Stückchen weiterspielend, um sich gleich darauf still und leise aus dem Saal zu schleichen, während das Publikum noch lauthals
unger d`r Südbrück (Under the Boardwalk) singt.
Serge hat seine Band im Griff, wie ein Dompteur dirigiert er seine „Raubtiere“, welche auf seine Frage
"solle mer no jet spille" immer schön mit:
"ja Maître!" antworten. Ist er doch eindeutig mehr der Macher, Dirigent und auch eben großartiger Entertainer, als mit einer wirklich guten Stimme gesegnet, braucht er auch nicht! Seine Band ist ein Glücksgriff in die Musikerkiste, jeder für sich ein Genie. All seine
Ex-Bandmitglieder stehen parat, um mit Ihm diesen Nachmittag, der sich bis in den Abend zog (4 Stunden live gespielt!!!) zu erleben. Ich finde seine Kombination aus Soul, Blues und Rap einfach nur genial. Womit wir zu den Gebüdern
Siep (Silvan & Marian) kommen, besser bekannt als
Feelosofists, das Zusammenspiel zwischen Blues und Rap hat was! Einfach nur geil, diese Arrangements. Untermalen sie doch die bluesigen Stücke mit einer gehörigen Portion Rhythmus und Frische. Das Publikum feiert ab mit dem Maître und auch die
Bluesbarbers freuen sich über so viel Lohn, sprich Applaus. So könnte ich gerne jeden Sonntagnachmittag verbringen. Blues statt Kuchen geht doch , oder?
Da halte ich es mit dem Maitre: "Do määs mich raderdoll" oder eben: Der Blues ist wie ein Kuss, er berührt Deine Seele. Ich lass mich gerne wieder küssen!